F-J
Lexikon Ökologisches Bauen (F-J)
Faserzement
Faserzement ist ein künstliches Material, das aus pflanzlichen und glasigen (synthetischen) Faserstoffen besteht, dem steinige (mineralische) Bindemittel beigemengt werden. Es wird als Material für die Hausdacheindeckung und zur Wandverkleidung bei hinterlüfteten Fassaden verwendet. Faserzementplatten sind dicht, bruchsicher und leicht, aber nicht sehr alterungsbeständig.
Feuchteabgabe
Die Diffusion herstellungs- oder witterungsbedingter, innerer Feuchte an die Oberfläche (siehe Baufeuchte).
Feuchtepuffer
In einem Raum kann durch Duschen oder Kochen kurzzeitig hohe Raumfeuchte entstehen. Diese wird nicht sofort über Diffusion oder Lüftung abgebaut, sondern teilweise von Teppichen, Tapeten, Putzen, Möbeln etc aufgenommen. Da diese Feuchteaufnahme nur oberflächlich geschieht, wird die Feuchtigkeit bei nächster Gelegenheit durch Lüftung wieder an die Raumluft abgegeben.
Feuchtesperre
Als Feuchtesperre wird üblicherweise eine auf dem Fundament verlegte Bitumenbahn verwendet. Sie funktioniert als Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit von unten ins Mauerwerk, was Schimmelpilze, Salpeter, Stockflecken und schadhaftes Mauerwerk zur Folge haben würde. Auf die Bitumenbahn wird in einem Mörtelbett die erste Lage Mauersteine (Ziegel, Porenbeton, Kalksandstein) gemauert. Bitumenpappe wird auch bei Wänden auf der Geschossdecke eingelegt sowie beim Einbau von Fenstern und Rollladenkästen.
Feuerwiderstand
Baustoffe werden nach ihrem Brandverhalten in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Dabei kann ein und derselbe Baustoff je nach seiner Verarbeitung und Dicke in verschiedene Feuerwiderstandsklassen eingestuft werden. Ziegel und Porenbeton-Bauteile sind z.B. in den Feuerwiderstandsklassen nicht brennbar, feuerbeständig und sogar hochfeuerbeständig zu finden.
First
First heißt der obere Abschluss des Steildaches eines Hauses, an dem die geneigten Dachflächen in einer Linie zusammenstoßen. Damit keine Feuchtigkeit in den Dachraum eindringen kann, wird der First mit speziell geformten Firstziegeln abgedeckt. Gleichzeitig muss eine gute Dachentlüftung gewährleistet sein.
Firstgratrolle
Die Firstgratrolle ist eine diffusionsoffene Kunststoffbahn zur Abdichtung des Firstes gegen Wasser und zur guten Entlüftung der Dachkonstruktion (siehe First).
Flachkollektoren
Siehe Solaranlagen: Flachkollektoren.
Frostgrenze
Eindringtiefe des Frostes in die Erde und in Bauteile bis zur Null-Grad-lsotherme. Die durchschnittliche Frosttiefe in Deutschland beträgt 80 cm, die maximale 1 m.
Fugendurchlasskoeffizient
Er gibt an, wie dicht eine Fenster- oder Türfuge sein muss. Je stärker der Winddruck ist, dem die Fuge ausgesetzt ist, desto mehr Wärme geht durch eine undichte Fuge verloren. Da der Winddruck mit der Höhe des Hauses zunimmt, müssen die Fugen von hohen Häusern besser gedichtet sein als bei niedrigen Häusern (siehe Druck).
Fußbodenheizungen im Trockenbau
Bei Fußbodenheizungen wird neben der systembedingt großen Wassermenge auch eine große Fläche aufgeheizt. Deshalb können diese Systeme i.d.R. nur langsam auf plötzliche Temperaturänderungen der Umgebung reagieren. Weniger stark wirkt sich dieser Effekt bei Fußbodenheizungen in Gebäuden mit Trockenbauweise aus. Sie reagieren rascher auf Temperaturveränderungen, weil hier der Estrich als Wärmespeicher wegfällt. Im Unterschied zu den klassischen Fußbodenheizungen werden, je nach Oberboden, statt des üblichen Fließ- oder Zementestrichs beispielsweise Trockenestrich-Elementplatten eingesetzt. Mit ungefähr 40 bis 60 mm inklusive Bodenbelag fällt die Aufbauhöhe deutlich niedriger aus als bei Systemen mit im Heizestrich integrierten Rohren.
Fundament
Das Fundament trägt das darauf errichtete Bauwerk und verhindert, dass Erdbewegungen Risse im Mauerwerk verursachen. Es muss gegen Grund- und Sickerwasser geschützt sein und unterhalb der Frostgrenze des Erdreichs liegen, um ein Zusammenziehen bei Frost und eine Ausdehnung bei Tauwetter zu vermeiden (siehe Frostgrenze).
Gaube
Ein Dachaufbau für ein stehendes Fenster ist eine Gaube (auch: Gaupe). Es gibt z.B. Fledermaus-, Satteldach-, Spitzdach- oder Walmdachgauben. Es ist zu bedenken, dass jeder zusätzliche Aufbau ohne geeignetes Deckmaterial komplizierte Eindeckungen nötig macht und einen Angriffspunkt für die komplexe Außenhaut darstellt.
Gipsbauplatten
Gipsbauplatten werden als Baumaterial für nichttragende Innenwände oder zur Verkleidung bei Renovierung, Um- oder Ausbau verwand. Neben ihrer unkomplizierten Montage ohne Spezialwerkzeug bieten sie eine Reihe weiterer Vorteile: Sie können sofort gestrichen, tapeziert oder gefliest werden, erlauben eine flexible Raumgestaltung und auch die Aufnahme von Ver- und Entsorgungsleitungen ist möglich.
Geothermische Anlagen
Die Erdwärme ist eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle. Geothermische Anlagen nutzen die Erdwärme in der Regel zu Heizzwecken, aber auch zur Erzeugung elektrischer Energie. Eine in die Erde eingebrachte Sonde führt die Erdwärme zur Nutzung an die Oberfläche. Da die Temperatur der Erdkruste mit der Tiefe zunimmt, wird ab einer Sondentiefe von ca. 1000m keine Wärmepumpe mehr benötigt.
Gesundheitsgefährdung
Eine Gesundheitsgefährdung kann passiv und aktiv hervorgerufen werden. Passiv: z.B. durch Einatmen von gasförmigen, gesundheitsschädlichen Stoffen sowie von fibrosen Feinstäuben, durch die Nahrungsaufnahme, durch radioaktive Strahlung, durch allgemeinen Lärm, durch den Straßenverkehr. Aktiv: z.B. durch Freisetzung von gesundheitsschädlichen Gasen, Lösungen und anderen Produkten, durch Gewaltanwendung. All diesen Faktoren ist gemeinsam, dass sie äußere und/oder innere Schäden am Körper des Menschen verursachen können.
Gift
Unter Gift versteht man Stoffe, die im lebenden Organismus zu einer spezifischen Erkrankung (Vergiftung) mit Funktionsstörungen, bleibendem Gesundheitsschaden oder Todesfolge führen. Dabei ist die Gefahr, dass ein Stoff als Gift wirkt, in hohem Maße von der Dosis abhängig.
Glasvorbauten
Verglaste Windfänge oder Wintergärten werden als Glasvorbauten bezeichnet. Werden sie beheizt, so geht aufgrund der generell geringen Wärmedämmeigenschaft von Glas viel Wärme verloren. Bleiben sie jedoch unbeheizt, fungieren sie als Dämmung und senken die Wärmeverluste der dahinter liegenden Räume und nutzen tagsüber den Treibhauseffekt (siehe Treibhauseffekt).
Glasuren
Oberflächen-Glasuren bilden bei gebrannten Tondachziegeln eine glänzende Oberfläche. Sie bieten eine noch größere Resistenz der Dachziegel gegenüber aggressiven Umweltbelastungen, saurem Regen, Verschmutzungen (siehe Tondachziegel). Zudem verhindern sie eine schnelle Vermoosung und stoppen einen frühzeitigen Glanzabbau (siehe Engoben).
g-Wert
Er gibt an, wie viel Energie durch eine Glasscheibe dringt und wird in Prozent angegeben. g = 100 % ist ein offenes, unverglastes Fenster, g = 0 % eine geschlossene Wand. Die g-Werte unterschiedlicher Glaskonstruktionen können zwischen 44 % und 82 % schwanken. Der g-Wert ist wichtig für die Berechnung des äquivalenten k-Wertes. Er berücksichtigt sowohl den Wärmeverlust als auch den solaren Wärmegewinn einer Verglasung.
Grenzwert
Höchstgrenze für die als noch zumutbar erachtete und damit noch zulässige Schadstoffbelastungen der Umwelt und Belastungen des Menschen aufgrund gesundheitsgefährdender Einflüsse. Das Verfahren für die Festlegung von Grenzwerten ist ebenso umstritten wie viele Grenzwerte selbst, da z.B. Wissenschaftler unterschiedliche Einschätzungen der Schädlichkeit bestimmter Schadstoffe treffen.
Grauwassernutzung
Grauwassernutzung ist die Wiederverwendung des Brauchwassers (Handwasch-, Dusch-, Bade- und Waschmaschinenwasser) zur Toilettenspülung, um Trinkwasser zu sparen. Das Brauchwasser fließt über die separate Zuleitung in einen Speichertank, in welchem die mitgeführten Schmutz- und Schwebstoffe durch ein Filtrationsverfahren mechanisch entfernt werden. Das so vorgereinigte Wasser wird dann in den Vorratsbehälter befördert, in welchem ein Tauchstrahler mit einer speziellen UV-Strahlung fotobiologische bzw. fotochemische Prozesse auslöst, die zur Abtötung vorhandener Bakterien führen. Ein selbstreinigendes System gewährleistet eine dauerhaft hohe Strahlungsintensität der UV-Lampe. Bei Betätigung der WC- und Urinalspülung wird das filtrierte und keimbehandelte Wasser durch eine elektronisch gesteuerte Pumpe automatisch über die separate Zuleitung in die Spülkästen nachgespeist. Sowohl der Speichertank als auch der Vorratsbehälter werden durch ein vollautomatisches Rückspülverfahren gereinigt.
Grundwassergefährdung
Stoffe oder deren Reaktionsprodukte, die geeignet sind, das Grundwasser zu verunreinigen oder sonst wie in seinen Eigenschaften nachteilig zu verändern, stellen eine Grundwassergefährdung dar. Derart kontaminiertes Grundwasser entspricht nicht mehr den Anforderungen für Trinkwasser und kann nur noch als Brauchwasser benutzt werden.
Heizkörperregelung
Große Gebäude, deren Teile unterschiedlich genutzt werden, unterteilt man zur wirtschaftlichen und energiesparenden Beheizung in einzelne Heizkreise. Hierbei hat jeder Heizkreis einen eigenen Vor- und Rücklauf vom Heizkessel zu den Heizkörpern und lässt sich getrennt regeln.
Heizkostenabrechnung
Eine getrennte, verbrauchsorientierte Abrechnung ist bei Häusern mit mehreren Mietparteien vorgeschrieben.
Heizzahl
Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen wird in der Heizzahl angegeben. Physikalisch korrekt ist ein Wirkungsgrad stets kleiner als 100%. Eine Wärmepumpe gibt aber mehr Wärme ab, als in der zugeführten Energie vorhanden ist. Gibt sie 50% mehr Wärme ab, als in der zugeführten Energie enthalten ist, so ist die Heizzahl 1,5 (siehe Wärmepumpe).
Hintermauerwerk
Beim zweischaligen Mauerwerk ist die hintere Mauer die tragende Wand, während die Vormauer (meist Klinkerziegel oder Verblender) den Witterungsschutz übernehmen. Zwischen beiden Wänden ist entweder ein Dämmstoff oder eine Luftschicht, die den Wärmeschutz übernimmt (siehe Kerndämmung).
Hohlblocksteine
Großformatige Mauersteine mit großen Lochungen, beispielsweise aus Leichtbeton oder Kalksandstein. Da sie einen geringen Wärmeschutz bieten, werden sie üblicherweise nicht im Wohnungsbau verwendet.
Holzschindeln
Schindeln aus natürlichem Holz zur Eindeckung von Gebäuden oder zur Verkleidung von Mauerwerk (auf Lattungen angebracht). Man findet sie vorwiegend im ländlichen Bereich bei Bauernhäusern, Almhütten, Ställen etc. Holzschindeln sind ein natürlicher Baustoff, aber bedürfen aufwendiger Pflege und Wartung, da sie schnell unter den aggressiven Einflüssen der Witterung leiden.
Holzwoll-Leichtbauplatten
Holzwolle wird, mit einem Bindemittel versetzt, zu leichten Platten im Format 0,5 x 2 m und bis zu 10 cm Dicke gepresst. Diese Platten sind ausgezeichnet als Wärmedämmung und zum Verputzen geeignet. Sie sind leicht zu verarbeiten und zu befestigen und werden vor allem im Außen-, Keller- und Dachbereich verwendet.
HülIfläche
Die Hüllfläche ist die Summe aller Böden, Decken, Dächer, Fenster und Außenwände, die ein Haus gegen Außenluft, Erdreich und unbeheizte Räume, (z.B. Keller, Garage) begrenzt.
Hüttensteine
Aus körniger Schlacke und Bindemitteln hergestellte Bausteine.
Hydrationswärme
Wärme, die in Putzen und Beton beim Abbinden des Zements durch den durch Wasserzusatz hervorgerufenen chemischen Vorgang der Hydration entsteht.
hydrophob
Zu den hydrophoben Materialien zählen alle wasserabweisenden und nicht in wasserlöslichen Materialien, z.B. Lasuren, Imprägnierungen, Fluate, Schlämme und Zementfarben.
hygroskopisch
Hygroskopische Baustoffe saugen Feuchtigkeit auf (speziell aus der Luft) und binden sie. Sie werden als Trockenmittel verwendet.
Immission
Als Immission wird der Übergang bzw. die Einwirkung von Luftverunreinigungen oder anderen Emissionen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachgüter bezeichnet (siehe Emission). Die auf die Objekte einwirkenden Konzentrationen werden allgemein als Immissionskonzentrationen bezeichnet.
Innenluft
Infolge des neuen Bewusstseins für die Notwendigkeit von Energiesparmaßnahmen wurden Fenster und Türen entwickelt, die so dicht schließen, dass im geschlossenen Zustand keinerlei Luftaustausch mehr stattfindet. Wird nicht ausreichend gelüftet, können sich in der Innenluft der Raumes deshalb Schadstoffe wie Chemikalien, Gase, Krankheitserreger und Rauch in so hohen Konzentrationen anreichern, dass sie unter Umständen gesundheitsschädlich wirken.
Innenputz
Innenputze haben eine glatte Oberfläche, sind durchlässig für Wasserdampf und geeignet für Innenanstriche sowie für das Anbringen von Tapeten. Der übliche Innenputz besteht aus einem Spritzbewurf, dem Unter- und dem Oberputz. Alternativ zum Verputzen können Gipskartonplatten verwendet werden, die wesentlich sauberer in der Verarbeitung sind und ein sofortiges Weiterarbeiten ermöglichen.
Infrarotheizung
Es gibt elektrische und Gas-Infrarotstrahler. Die Infrarotstrahlen wärmen, ohne die Luft aufzuheizen. Ihr Haupteinsatz liegt in Industrie und Gewerbe.
Innere Oberflächen-Temperatur
Sie ist relevant für das thermische Behaglichkeitsgefühl eines Menschen. Selbst eine sehr hohe Lufttemperatur von über 25 Grad Celsius reicht nicht aus, wenn man sich in der Nähe eines schlecht gedämmten Fensters oder einer schlecht gedämmten Wand aufhält. Die innere Oberflächen-Temperatur eines schlechten Dämmstoffs ist sehr viel niedriger als die Raumluft-Temperatur. Die Folge: Die kalte Fläche entzieht dem Menschen Wärme. Bei einer sehr gut gedämmten Außenwand ist die innere Oberflächen-Temperatur sehr nahe der Raumlufttemperatur.
Interner Wärmegewinn
Zahlreiche Geräte und Lampen verbrauchen Energie, die zunächst einmal nicht zur Heizenergie gerechnet wird, sich aber in Wärme verwandelt, welche dann das Haus beheizt. Bei gut gedämmten Passiv-Häusern (siehe Passiv-Haus) ist dieser interne Wärmegewinn sehr hoch. Er wird nach der neuesten Wärmeschutzverordnung deshalb auch berücksichtigt.
Isolierverglasung
Mit Isolierverglasung ist im Allgemeinen eine Mehrfachverglasung gemeint, die den Wärmeabfluss zwar hemmt, nicht aber verhindern kann. Isolierverglasung hat eine bessere Wärmedämmung als Einzelscheiben. Die Wärmedämmung lässt sich verbessern durch die Zahl der hintereinander angebrachten Scheiben, den Abstand der Scheiben zueinander, eine Beschichtung der Scheiben und eine Gasfüllung der Scheibenzwischenräume. Dreifachscheiben, bei denen zwei Scheiben beschichtet (siehe auch Reflexion) und beide Zwischenräume mit Dämmgas gefüllt sind, erreichen einen k-Wert (siehe k-Wert) von 0,8 oder sogar 0,7. Mitunter kann der k-Wert sogar negativ sein (siehe negativer k-Wert).
Isolierglas
Doppelscheiben werden häufig Isolierscheiben genannt. Physikalisch ist dieser Ausdruck nicht korrekt, da selbst Doppel- und Dreifachscheiben die Wärme nicht isolieren, sondern nur dämmen.
Isolierung
Wärme lässt sich nicht isolieren, sondern nur dämmen. Isolieren lassen sich Wasser oder elektrischer Strom.
Jahresheizwärmebedarf
Die neue Wärmeschutzverordnung beschränkt nicht nur die k-Werte der einzelnen Bauteile, sondern zusätzlich den zulässigen jährlichen Heizwärmebedarf. Sie berücksichtigt nicht nur die Wärmeverluste, sondern auch die Wärmegewinne aus Solarwärme und internen Wärmequellen, wie Licht, Elektrogeräten, Warmwasser (siehe interner Wärmegewinn). Zum Nachweis der Entsprechung der Wärmeschutzverordnung genügt eine theoretische Berechnung.

