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Ausblick 2020

Ausblick 2020

Das neue Jahr bringt in Sachen Geld und Finanzen wieder eine Vielzahl von Änderungen mit sich. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

 

Mehr Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2020 von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Neu: Auch für Azubis gibt es ab 2020 eine Lohnuntergrenze: Sie müssen nun von ihrem Ausbildungsbetrieb im ersten Lehrjahr mindestens 515 Euro monatlich erhalten. Die Vergütung erhöht sich mit den Lehrjahren – und zwar um 18 Prozent im zweiten, um 35 Prozent im dritten und um 40 Prozent im vierten Lehrjahr. Für alle, die ihre Ausbildung in einem tarifgebundenen Unternehmen machen, gelten weiterhin die tariflichen Vereinbarungen. Eine Übersicht über die aktuellen Branchenmindestlöhne gibt der Deutsche Gewerkschaftsbund.

 

Höhere Kaufprämie für Elektrofahrzeuge

Wenn Sie ein E-Auto kaufen, bekommen Sie nun noch mehr Förderung vom Staat: Für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge wird die Kaufprämie von 4.000 auf 6.000 Euro angehoben, beim Kauf eines Plug-in-Hybrids (Fahrzeug mit E- und Verbrennungsmotor) gibt der Staat 4.500 Euro dazu. Voraussetzung: Das zu fördernde Elektroauto hat einen Nettolistenpreis (Basismodell) von unter 40.000 Euro. Ist der Listenpreis höher, zahlt der Staat bei reinen E-Autos einen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Plug-in-Hybride werden dann mit einem Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro gefördert. Die Regelung gilt vorerst bis Ende 2025. Zuständig für die Bewilligung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

 

Mehr Förderung für E-Dienstwagen

Wer ein Elektroauto als Dienstwagen privat nutzt, profitiert bereits seit Januar 2019 von Steuervorteilen: Während Fahrer von Dienstwagen mit Verbrennungsmotor 1 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern müssen, zahlen Nutzer rein elektrischer Firmenwagen nur den halbierten Satz von 0,5 Prozent. Dieses Steuerprivileg wurde nun bis zum 31.12.2030 verlängert. Im Rahmen des Klimaschutzpakets hat der Gesetzgeber außerdem beschlossen, den Steuersatz für den monatlichen geldwerten Vorteil bei allen E-Fahrzeugen mit Bruttolistenpreis bis zu 40.000 Euro auf 25 % zu halbieren.

 

Mehr Förderung für energieeffizientes Bauen und Modernisieren

Im Rahmen ihres Klimaschutzpakets hat die Bundesregierung im September 2019 für 2020 neue Förderungen für den Bau und die energetische Sanierung von Wohnraum angekündigt. Details waren bei Redaktionsschluss dieses Newsletters noch nicht bekannt. Mehr Informationen finden Sie beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und bei der staatlichen KfW Förderbank.

 

Bald mehr Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie konnte bislang nur von wenigen für das eigene Zuhause genutzt werden. Durch die Aufstockung der Einkommensgrenzen bei der staatlichen Förderung „Wohnungsbauprämie“ vom Staat, können nun deutlich mehr Menschen davon profitieren. Nun lohnt sich das Sparen für den Bau, Kauf oder die Renovierung Ihres Eigenheims, denn ab 2021 wird es deutlich mehr Geld vom Staat geben.

Bisher:

 

Bedingungen Alleinstehende   Verheiratete
Jährlich maximal geförderte Sparleistung         512 Euro   1.024 Euro
Höhe der Prämie 8,8 %   8,8 %
Maximale Prämie 45,06 Euro   90,11 Euro
Einkommensgrenzen* 25.600 Euro   51.200 Euro

 

Diese Verbesserungen gibt es ab dem 01.01.2021:

 

Bedingungen Alleinstehende   Verheiratete
Jährlich maximal geförderte Sparleistung         700 Euro   1.400 Euro
Höhe der Prämie 10 %   10 %
Maximale Prämie 70 Euro   140 Euro
Einkommensgrenzen* 35.000 Euro   70.000 Euro

*Zu versteuerndes Jahreseinkommen.

 

Verpflegungsmehraufwendungen: Anhebung der Pauschalen bei Dienstreisen

Gut für alle, die häufig auf Dienstreise gehen: Zum 1. Januar 2020 erhöhen sich die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen. Für Abwesenheiten von 24 Stunden sind dann 28 Euro vorgesehen (bisher 24 Euro). Für den An- und Abreisetage sowie für Abwesenheitstage ohne Übernachtung mit mehr als 8 Stunden steigt die Pauschale von 12 Euro auf 14 Euro. Grundvoraussetzung ist weiterhin, dass der Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig ist.

 

Mehr finanzieller Spielraum für die betriebliche Altersvorsorge

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt 2020 in den alten Bundesländern von 80.400 Euro auf 82.800 Euro, in den neuen Bundesländern von 73.800 Euro auf 77.400 Euro im Jahr. Das wirkt sich auch auf die betriebliche Altersvorsorge (baV) aus. Denn als Arbeitnehmer können Sie von der aktuellen BBG 4 Prozent ohne Abzug von Sozialabgaben und 8 Prozent ohne Abzug von Steuern in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investieren. Der maximale sozialabgabenfreie Anteil der bAV erhöht sich damit 2020 von 268 auf 276 Euro monatlich, der steuerfreie von 536 auf 552 Euro.

 

Neue Pauschalbesteuerung bei Jobtickets

Seit Jahresbeginn 2019 bleiben Zuschüsse des Arbeitgebers für die Aufwendungen von Mitarbeitern für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei (Jobticket), sofern diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Das Gleiche gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (§ 3 Nr. 15 EStG). Die Begünstigung gilt auch für private Fahrten. Die steuerfreien Arbeitgeberleistungen mindern zudem die in der Steuererklärung zu berücksichtigenden Werbungkosten (Entfernungspauschale). Rückwirkend ab 2019 wird eine weitere Pauschalbesteuerung ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale insbesondere bei Jobtickets eingeführt. Die neue Pauschalbesteuerungsmöglichkeit mit 25 % soll zudem auch gelten, wenn Jobtickets nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (sondern mittels Gehaltsumwandlung) erbracht werden. Die pauschal besteuerten Bezüge bleiben zudem sozialversicherungsfrei.

 

Größere Steuervorteile für die Basisrente

Beiträge zur Basisrente (auch Rürup-Rente genannt), die sich besonders gut zur privaten Altersvorsorge für Selbstständige und Angestellte mit höherem Einkommen eignet, können als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Der Höchstbetrag dafür steigt zum 1. Januar 2020 auf voraussichtlich 25.046 Euro bei Alleinstehenden bzw. auf 50.092 Euro bei Verheirateten. Ab 2020 können hiervon 90 Prozent steuerlich geltend gemacht werden (2019: 88 Prozent). Das heißt: Alleinstehende können maximal 22.541 Euro steuerlich absetzen, bei verheirateten Paaren sind es 45.082 Euro. Mehr Informationen zur Basisrente erhalten Sie bei der Postbank.

 

Höhere Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse

Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, müssen Sie sich ab 2020 auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt um voraussichtlich 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent.

 

Mehr Entlastung für pflegende Angehörige

Erwachsene Kinder pflegebedürftiger Eltern werden künftig entlastet. Können pflegebedürftige Menschen ihre Pflege nicht selbst finanzieren, sind deren Kinder ab 2020 erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 Euro zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Außerdem wird das Einkommen der Ehepartner künftig nicht mehr berücksichtigt.

 

Alle Angaben ohne Gewähr; Stand: 4. Dezember 2019

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