Fragen zum Kirchensteuerabzug

Warum wurde Abgeltungsteuer belastet, aber keine Kirchensteuer?

Das kann mehrere Gründe haben:

  • Uns liegt keine Identifikationsnummer (IdNr) von Ihnen vor. Deshalb konnte kein Kirchensteuerabzugsmerkmal beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abgefragt werden.
  • Wir haben vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eine „NULLMELDUNG“ (= Widerspruch oder keine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft) erhalten oder die Religionszugehörigkeit ist uns unbekannt und wir nehmen in diesem Fall keine KiSt-Belastung vor.
  • An Ihrem Vertrag ist ein Mitinhaber beteiligt, der nicht Ihr Ehegatte / Lebenspartner ist bzw. es sind mehrere Mitinhaber beteiligt. In diesen Fällen ist ein Kirchensteuer-Einbehalt nicht zulässig. Wegen der Aufteilung der Kapitalerträge etc. müssen sich die Vertragsbeteiligten mit ihrem jeweiligen Finanzamt in Verbindung setzen.

Hinweis für Sie, wenn Sie dem automatischen Kirchensteuerabzug widersprochen haben:
Der Sperrvermerk verpflichtet den Kirchensteuerpflichtigen zur Abgabe einer Steuererklärung zum Zwecke der Veranlagung wegen Kirchensteuer nach § 51a Absatz 2d Satz 1 EStG. Dazu übermittelt das BZSt an das Wohnsitzfinanzamt des Kirchensteuerpflichtigen für jeden Veranlagungszeitraum, in dem der Sperrvermerk abgerufen worden ist, Name und Anschrift des abrufenden Abzugsverpflichteten (Bank, Kreditinstitut, Versicherung, etc.).

Hinweis für Sie, wenn die Kirchensteuer nicht oder nur teilweise einbehalten wurde:
Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung zum Zwecke der Veranlagung wegen Kirchensteuer nach § 51a Absatz 2d Satz 1 EStG gilt auch, wenn die Kirchensteuer aufgrund anderer Gründe nicht automatisch von BHW einbehalten und abgeführt wurde.

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Worum geht es beim automatisierten Kirchensteuereinbehalt?

Seit dem 01.01.2015 haben Sie keine Wahlmöglichkeit mehr, die Kirchensteuer (KiSt) auf Kapitalerträge direkt von ihrer Bank oder erst in der Einkommensteuererklärung abführen zu lassen. Die KiSt wird direkt durch die Banken einbehalten und an die Finanzbehörden abgeführt.

Über diesen Sachverhalt sowie die Möglichkeit, direkt beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) der Weitergabe des Kirchensteuerabzugsmerkmals (KiStAM) zu widersprechen, hat BHW in den vergangenen Jahren mit dem Jahreskontoauszug (Rückseite des ersten Kontoauszuges einer Jahreskontoauszug-Sendung bzw. PostBox-Kunden mit den Erläuterungen zum Kontoauszug) alle Kunden informiert. Diese bisher jährliche Information an alle Kunden ist nicht mehr erforderlich!

Neukunden erhalten die Information mit dem Antrag auf Abschluss eines Bausparvertrages.

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Warum muss BHW über das automatisierte Kirchensteuerabzugsverfahren informieren?

Wir sind verpflichtet, über dieses Verfahren zu informieren, damit Sie rechtzeitig vor unserer Abfrage einen Sperrvermerk eintragen lassen können (Widerspruch beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)). Mit der Information zum Antrag auf Abschluss eines Bausparvertrages kommen wir dieser Informationspflicht stets nach. In jeder Geschäftsbeziehung ist dieses nur einmal erforderlich.
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Wo finde ich weitere Informationen?

Auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt / Bonn):

http://www.bzst.de/DE/Steuern_National/Kirchensteuer/kirchensteuer_node.html

 

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Wie funktioniert das Verfahren?

Da stets Änderungen eintreten können, ist jährlich zu überprüfen, ob Sie kirchensteuerpflichtig sind. Dazu fragen wir im September jeden Jahres (Grundlage: Datenbestand per 31.08. des Jahres) beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) mit der persönlichen Identifikationsnummer (IdNr) an, ob Sie Mitglied einer Religionsgemeinschaft angehören. Gehören Sie einer kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft an, übermittelt uns das BZSt den Prozentsatz der Kirchensteuer dieser Religionsgemeinschaft (verschlüsseltes Kirchensteuerabzugsmerkmal).

Haben Sie einen Sperrvermerk beim BZSt eingereicht, gehören Sie keiner Religionsgemeinschaft oder keiner kirchensteuererhebenden Religionsgemeinschaft an, erhalten wir eine sogenannte "NULLMELDUNG" und nehmen in diesem Fall keinen KiSt-Einbehalt vor.

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Welches Gesetz liegt diesem Verfahren zu Grunde?

Die §§ 51a und 52a des Einkommensteuergesetzes (EStG) beschreiben das „automatisierte Verfahren zum Kirchensteuerabzug“, das seit 01.01.2015 gilt.

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Die Banken wollen immer mehr Informationen über ihre Kunden in Erfahrung bringen. Als Kunde fühlt man sich ausspioniert, ist "gläserner" Kunde.

Die Initiative ging vom Gesetzgeber aus, der die Banken/Bausparkassen in die Pflicht nahm. Diese sind u. a. angehalten worden, den Kunden einmalig anzuschreiben und die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr) vom Kunden zu erfragen (§ 51a EStG).

Dem Gesetzgeber geht es darum, Prozesse des Kirchensteuerabzugs zu automatisieren, die zuvor innerhalb der Finanzbehörden stattfanden (Reduzierung des eigenen Verwaltungsaufwands). Dies verursacht bei allen Kreditinstituten hohe Kosten, die wir nur zu gern vermieden hätten.

Hinsichtlich der Datensicherheit sei gesagt: Das Kirchensteuerabzugsmerkmal wird vom Bundeszentralamt an die Banken/Bausparkassen verschlüsselt weitergegeben. Die Verarbeitung der Daten erfolgt in einer technisch geschlossenen Umgebung.

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Wer ist vom automatisierten Abzugsverfahren für Kirchensteuer betroffen?

Alle Kunden (natürliche Personen) mit Produkten, für die Kapitalerträge anfallen können. Dies beinhaltet auch Mitinhaber von Gemeinschaftsverträgen, welche gleichzeitig auch Ehegatte/Lebenspartner des Vertragsinhabers sind.

Ausgeschlossen sind: Steuerausländer, juristische Personen und Mitinhaber von Gemeinschaftsverträgen, wenn es sich bei dem Mitinhaber nicht um den Ehegatten/Lebenspartner handelt, oder wenn mehr als ein Mitinhaber beteiligt ist.

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Was muss ich tun, wenn ich nicht kirchensteuerpflichtig bin?

Nichts! BHW erhält dann die entsprechende Information vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) und führt keine Kirchensteuer für Sie ab.

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Ich lebe im Ausland. Bin ich trotzdem betroffen?

Wenn Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind, dann sind auch Sie betroffen. Sie sollten mit ihrem Steuerberater klären, ob Sie als Steuerausländer oder als Steuerinländer einzustufen sind. Als Steuerausländer sind Sie nicht betroffen.

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Ich bin "Steuerausländer", was muss ich tun?

Sind Sie bei BHW schon als "Steuerausländer" erfasst, müssen Sie nichts tun. Ansonsten benötigen Sie den Vordruck zur Erklärung des Status "Steuerausländer".

Bitte wenden Sie sich dazu an unsere Kundenhotline: 05151 18-6700 

Wenn wir die Erklärung (Vordruck) vorliegen haben, werden wir Sie als Steuerausländer erfassen und keine Kirchensteuer (und keine Abgeltungsteuer / Solidaritätszuschlag) einbehalten.

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Ich möchte nicht, dass BHW Auskunft über meine Religionszugehörigkeit erhält. Was muss ich tun?

Sie können von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen und einen Antrag "Erklärung zum Sperrvermerk" beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einreichen, der dann für das Folgejahr gültig wird. Da von den Abzugsverpflichteten Instituten ausschließlich die vom BZSt übermittelten Daten verwendet werden dürfen, darf BHW Kundenaufträge/Kundenwünsche nicht berücksichtigen.
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Welche Konsequenz hat ein Widerspruch?

BHW behält für Sie keine Kirchensteuer ein und Sie sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das Wohnsitz-Finanzamt wird vom BZSt über den Sperrvermerk unterrichtet.

Der Sperrvermerk verpflichtet den Kirchensteuerpflichtigen zur Abgabe einer Steuererklärung zum Zwecke der Veranlagung wegen Kirchensteuer nach § 51a Absatz 2d Satz 1 EStG.

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Kann ich formlos widersprechen?

Nein, Sie müssen ihren Widerspruch beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) mit einem amtlichen Vordruck "Erklärung zum Sperrvermerk" erklären.
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Wo finde ich das Formular zur Erklärung des Widerspruchs gegen den automatischen Kirchensteuerabzug?

Der Vordruck steht auf www.formulare-bfinv.de unter dem Stichwort "Kirchensteuer" bereit. Es gibt zwei Möglichkeiten, an das PDF-Dokument zu gelangen:

I. Möglichkeit
1. Die Seite www.formulare-bfinv.de aufrufen.
2. Am linken Seitenrand auf das Feld "Formularcenter" klicken.
3. Am oberen rechten Seitenrand den Suchbegriff "Kirchensteuer" eintippen.
4. Formular "Erklärung zum Sperrvermerk" (Formular-ID 010156) anklicken.
5. Es erscheint das Formular "Erklärung zum Sperrvermerk" (Formular-ID 010156) im PDF-Format.

II. Möglichkeit
1. Die Seite www.formulare-bfinv.de aufrufen.
2. Am linken Seitenrand auf das Feld "Formularcenter" klicken.
3. Am linken Seitenrand auf Formulare A-Z klicken.
4. Im Formularkatalog Formular A-Z auf den Buchstaben "K" klicken.
5. Auf den Ordner "Kirchensteuer" klicken.
6. Formular "Erklärung zum Sperrvermerk" (Formular-ID 010156) anklicken.
7. Es erscheint das Formular "Erklärung zum Sperrvermerk" (Formular-ID 010156) im PDF-Format.

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Wie bekomme ich ein Formular wenn ich kein Internet habe?

Schriftlich an: Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), An der Küppe 1, 53225 Bonn.
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Kann ich meinen Widerspruch gegen den automatischen Kirchensteuerabzug auch bei BHW einreichen?

Nein, der Widerspruch ist ausschließlich gegenüber dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) möglich. Wir sind lediglich dazu verpflichtet, ihn über das Widerspruchsrecht zu informieren.
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Bis wann kann ich Widerspruch gegen den automatischen Kirchensteuerabzug einlegen?

Generell gilt: Widersprüche die bis spätestens 30.06. beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) eingereicht werden, werden ab dem Folgejahr berücksichtigt. Damit der Widerspruch für 2018 berücksichtigt werden kann, ist dieser bis spätestens 30.06.2017 beim BZSt einzureichen.

Für 2017 ist die Frist für einen Widerspruch bereits am 30.06.2016 abgelaufen!

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Sollte man widersprechen? Was empfiehlt BHW?

Als Kreditinstitut dürfen wir keine Steuerberatung durchführen. Sie sollten sich an Ihren Steuerberater oder an das Finanzamt wenden.

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Wie ist der Datenschutz garantiert, wenn jetzt den Banken/Bausparkassen vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Religionszugehörigkeit mitgeteilt wird?

Die Verwendung Ihrer vorliegenden Kirchensteuerdaten erfolgt ausschließlich zum Zweck und im Rahmen der uns gesetzlich auferlegten Pflichten.

Das Kirchensteuerabzugsmerkmal wird vom BZSt an die Banken/Bausparkassen verschlüsselt weitergegeben. Die Verarbeitung der Daten erfolgt in einer technisch geschlossenen Umgebung.

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Was passiert, wenn ich unterjährig aus der Kirche austrete oder in ein Bundesland mit einem anderen Kirchensteuersatz umziehe?

Das uns übermittelte Kirchensteuerabzugsmerkmal ist immer für ein Kalenderjahr gültig. Änderungen im lfd. Kalenderjahr können nicht vorgenommen werden.
Evtl. Nachzahlungen oder Erstattungen der KiSt sind über die Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Das geänderte Kirchensteuerabzugsmerkmal für das Folgejahr erhält die Bank durch die nächste Regelabfrage (im September).

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Kann ich BHW eine Änderung meiner Konfession/ bzw. des Kirchensteuersatzes direkt mitteilen?

Nein, wir erhalten im Rahmen der jährlichen Regelanfrage beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) das jeweils gültige Kirchensteuerabzugsmerkmal für das Folgejahr.

Die BHW Bausparkasse führt für Bestandskunden keine Anlassabfragen durch. Anlassabfragen erfolgen ausschließlich im Rahmen einer neuen Geschäftsbeziehung. Ob ein Institut Anlassabfragen auf Kundenzuruf durchführt, ist dem Institut vom Gesetzgeber freigestellt. (Die BHW Bausparkasse AG hat sich gegen die Durchführung von Anlassabfragen auf Kundenwunsch entschieden.)

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Welche Kundendaten übermittelt das BZSt an BHW?

Es wird nur der Kirchensteuersatz sowie das verschlüsselte Kirchensteuerabzugsmerkmal übermittelt. Gehört der Kunde keiner Religionsgemeinschaft an oder hat einen Sperrvermerk eingereicht, wird eine "NULLMELDUNG" übermittelt.

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Hinsichtlich meiner Religionszugehörigkeit ist Ihnen ein Fehler unterlaufen. Können Sie dies bitte korrigieren?

Zu allen Fragen von Eintritt, Übertritt oder Austritt aus einer Religionsgemeinschaft wenden Sie sich bitte direkt an die Religionsgemeinschaft oder an die zuständigen Stellen in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Bundesland. Als Kreditinstitut können wir keine weiterführenden Auskünfte zu den länder- oder kirchenspezifischen Besonderheiten erteilen.

Eine Korrektur durch BHW ist nicht möglich oder zulässig. Das vom BZSt übermittelte Kirchensteuerabzugsmerkmal ist für BHW verpflichtend.

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Warum muss ich als Kunde meine steuerliche Identifikationsnummer bekannt geben?

Die Abfrage des Kirchensteuerabzugsmerkmals erfolgt mit der steuerlichen Identifikationsnummer (IDNr.) und dem Geburtsdatum.

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Ich habe keine steuerliche Identifikationsnummer

Die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr) finden Sie in der Regel

  • im Einkommensteuerbescheid
  • auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung
  • im Informationsschreiben des Finanzamtes (Oktober/November 2011)

Sofern Ihnen die IdNr nicht vorliegen sollte oder Sie noch keine IdNr erhalten haben, können Sie diese wie folgt anfordern:

  • im Internetportal des BZSt (www.bzst.de) über das Eingabeformular
  • schriftlich per Post vom BZSt unter Nennung ihrer persönlichen Daten (BZSt, Referat St II 6, 53221 Bonn).
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Was muss ich beachten, wenn ich minderjährig bin oder keine Steuern zahlen muss oder keiner Religionsgemeinschaft angehöre?

Angaben zur Kirchensteuer seitens der Kunden dürfen wir nicht verarbeiten, da gesetzlich geregelt ist, dass nur die Angaben des BZSt maßgeblich sind.

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