Mehr Rechte für private Bauherren

    Ab dem 1. Januar 2018 verbessert das neue Bauvertragsrecht maßgeblich den Verbraucherschutz von Bauherren. Lesen Sie hier, wie Sie davon profitieren können.

    Es ist für alle Bauherren der lang ersehnte Augenblick: Zum ersten Mal den Schlüssel im Schloss umdrehen und eintreten in das neue Zuhause! Schließlich hat man sich monatelang auf diesen Moment gefreut. Allerdings: Offenbaren sich im Nachhinein Baumängel, währt die Freude nicht lange.

    Von Rissen in der Fassade über ein schlecht gedämmtes Dach bis zum feuchten Keller: Jedes Jahr beanstanden rund die Hälfte aller Häuslebauer Pfusch am Bau. Das belegen Zahlen des Marktforschungsinstituts Forsa. Nach Angaben des Verbands Privater Bauherren belaufen sich die Kosten für die Beseitigung der Schäden durchschnittlich auf 24.000 Euro.

    Streit bis zum Gericht

    Beinahe jeder fünfte Bauherr gerät mit seinem Bauunternehmen in einen Rechtsstreit über Baumängel. Und jeder Fünfte kann deshalb erst später in sein neues Haus einziehen: In 13 Prozent der Fälle verzögert sich der Termin um bis zu drei Monate, bei sieben Prozent sogar noch länger. Für die Betroffenen ist das mit erheblichen Kosten verbunden – schließlich müssen sie in dieser Zeit weiter Miete oder sogar Hotelaufenthalte bezahlen.

    Die gute Nachricht: Künftig können Bauherren die Leistungen des Bauträgers leichter kontrollieren – so hat es der Deutsche Bundestag beschlossen. Das „Gesetz zur Reform des Bauvertragsrechts und zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung“ (Link hier) tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft.

    Die wichtigsten Neuerungen

    • Widerrufsrecht: Baufirmen müssen nun ihren Kunden im Vertrag ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen und sie darüber informieren.
    • Baubeschreibung: Bauträger müssen dem Bauherrn vor Vertragsschluss eine genaue Beschreibung über das Bauvorhaben vorlegen. Dazu gehören verbindliche Angaben zu Art und Umfang der angebotenen Leistungen: Gebäudedaten, Pläne mit Raum- und Flächenangaben, Grundrisse, Beschreibung der Baukonstruktion aller wesentlichen Gewerke. So kann der Bauherr leichter überprüfen lassen, ob der Bau den Vorschriften entspricht.
    • Pflichtdokumente: Baufirmen müssen alle Unterlagen zum Nachweis der Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften übergeben. Dazu zählen zum Beispiel Genehmigungsplanungen oder Nachweise zur Energieeinsparverordnung.
    • Abschlagszahlungen: Der Bauträger darf maximal 90 Prozent der vereinbarten Gesamtvergütung als Abschlagszahlung fordern. Der Rest wird erst nach der Endabnahme fällig. Das vergrößert den Handlungsspielraum des Bauherrn, wenn er etwa einen Teil der Vergütung zur Beseitigung von Baumängeln zurückhält.
    • Fertigstellungstermin: Beide Vertragsparteien müssen sich auf einen verbindlichen Fertigstellungstermin einigen. Wird er nicht eingehalten, kann der Bauherr vom Bauunternehmen Schadenersatz bzw. die Übernahme von Mehrkosten fordern.

    Tipp: Lassen Sie die Informationen vorab am besten von unabhängigen Sachverständigen wie dem Verband Privater Bauherren oder dem Bauherren-Schutzbund überprüfen. Auch für die Qualitätssicherung während der Bauphase ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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