Energieeffizienz-Label für Wohnungslüftungsgeräte

Richtig lüften – Heizkosten sparen

Der Einbau einer Lüftungsanlage lohnt sich jetzt doppelt: Ein neues Effienzlabel hilft Ihnen bei der Gerätewahl. Und der Staat unterstützt Sie finanziell.

Ihr Haus ist rundum gedämmt? Hervorragend: Das spart Heizkosten und schont die Umwelt. Allerdings: Je besser Ihr Haus gedämmt ist, desto regelmäßiger müssen Sie lüften – am besten mit einer kontrollierten Wohnungslüftung.

Die Installation einer solchen Anlage lohnt sich jetzt gleich mehrfach: Ein neues Energiesparlabel hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Gerät. Und die staatliche KfW-Bankengruppe fördert Ihre Finanzierung mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 12,5 Prozent. Bedingung: Sie müssen den Einbau der Lüftungsanlage mit mindestens einer weiteren förderfähigen Maßnahme an der Gebäudehülle kombinieren – zum Beispiel der Dämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken oder der Erneuerung der Fenster und Außentüren.

Informationen zu KfW-Fördermitteln

Lüften ist Pflicht

Wichtig zu wissen: Eine fachgerechte Dämmung verhindert die Luftzufuhr durch Fugen und Ritzen im Mauerwerk. Das ist auch gut so. Aber: Ohne regelmäßiges Lüften leidet das Raumklima – durch hohe CO2-Konzentration, Überfeuchtung, schlimmstenfalls Schimmelbildung. Denn jeder Mensch atmet täglich etwa 20.000 Liter Luft ein und aus – und benötigt stündlich 30 Kubikmeter Frischluft zum Wohlzufühlen.

Das Problem: Beim Lüften durch offene Fenster geht ein Teil der Wärme verloren, die Sie ja gerade im Haus halten wollen. „Eine Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung kann diesen Verlust erheblich reduzieren“, erklärt Dr. Lothar Breidenbach, Technischer Leiter beim Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik. Je nach System und Gerätetyp, so der Experte, lassen sich die Energie- und Heizkosten um bis zu 40 Prozent senken.

Kaufen leicht gemacht

Die Investition in eine Anlage wird Ihnen jetzt noch leichter gemacht: Seit Anfang des Jahres gibt es ein Energieeffizienzlabel für Lüftungsgeräte – vergleichbar mit der Kennzeichnung von Kühlschränken oder Fernsehern. Das Prinzip auch hier: ein Aufkleber mit regenbogenfarbigen Pfeilen und einem Klassifikationssystem von A+ bis G.

Die niedrigste Stufe G ist mit der klassischen Fensterlüftung vergleichbar. Die höchste Stufe A+ bedeutet: Sie sparen Primärenergie von mehr als 42 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter. Primärenergieeinsparung? Dieser Wert gibt an, mit wie viel Kohle, Atomkraft, Sonne usw. der eingesparte Strom erzeugt worden wäre.

Das neue Label zeigt Ihnen darüber hinaus an, wie laut oder leise ein Gerät im Aufstellraum arbeitet und wie viel Kubikmeter Luft es pro Stunde maximal bewegen kann. Die neue Regelung betrifft alle Lüftungsgeräte unter 1.000 Kubikmeter pro Stunde.

Cleverer Wärmetausch

Am besten sind zentrale Lüftungsanlagen: Sie gewinnen mehr als 80 Prozent der Wärme wieder zurück. Das Prinzip: Ventilatoren verteilen warme Luft im Haus. Während der eine Ventilator frische Luft von außen ansaugt, bläst der andere die verbrauchte Luft heraus. Dabei überträgt die Abluft ihre Wärme auf die kühlere Frischluft – ohne dass sich die beiden Luftströme berühren.

Bei einigen Systemen kann die Frischluft den Wärmetauscher auch umgehen. Dann kühlt sie warme Innenräume – zum Beispiel in heißen Sommernächten.

Zentrale Anlagen sind für ganze Wohnungen und Häuser geeignet. Dezentrale Anlagen sind auf die Modernisierung einzelner Räume ausgerichtet. Sie erreichen immerhin auch noch eine Energiekosteneinsparung von 20 Prozent.

 

 

 

Gut fürs Wohlbefinden

Auch das spricht für eine kontrollierte Wohnungslüftung: Bei Verzicht auf die klassische Fensterlüftung bleibt der Straßenlärm draußen. Dank integrierter Filter strömt nur saubere Luft hinein. Diese halten Staub, Pollen & Co. von draußen ab – angenehm nicht nur für Allergiker. Auch das Einbruchsrisiko durch gekippte oder offene Fenster sinkt. Und nicht zuletzt: Die Luftverteiler oder Leitungen der Anlagen lassen sich unauffällig und platzsparend montieren.

Fazit: Gedämmte Gebäudehüllen sind absolut sinnvoll. Wer eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installieren lässt, kann die Heizkosten weiter reduzieren. Erst so wird die energetische Sanierung perfekt. Und der Wohngesundheit hilft’s auch noch.

 

Fotos: Zehnder