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Wohnriester

Was ist Wohnriester?

Als Wohn-Riester wird die Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums durch die Altersvorsorgezulage bezeichnet.

Die letzten Änderungen erfolgten durch das Altersvorsorgeverbesserungsgesetz zum 1. Januar 2014. Ziel der Förderung ist, durch die Einbeziehung von selbstgenutzten Wohneigentum in die steuerlich geförderte Altersvorsorge Anreize für eine zusätzliche private Altersvorsorge zu schaffen.

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Wer ist unmittelbar förderberechtigt?

Zum Kreis der unmittelbar förderberechtigten Personen gehören

 

1. Personen, die Pflichtbeiträge zur inländischen gesetzlichen Rentenversicherung zahlen:

(Arbeitnehmer mit versicherungspflichtigem Beschäftigungsverhältnis, Auszubildende, rentenversicherungspflichtige Selbständige, Kindererziehende für die Dauer der          Kindererziehungszeit, Wehr- und Zivildienstleistende, geringfügig Beschäftigte, wenn sie auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben)

2. Landwirte

3. Beamte, Richter, Berufssoldaten

            Wichtiger Hinweis:

Beamte, Richter und Berufssoldaten müssen über ihre Besoldungsstelle bzw. über ihren Arbeitgeber bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) eine Zulagennummer beantragen. Außerdem erhalten sie die Förderung nur dann, wenn sie bei Ihrer Besoldungsdienststelle oder dem Arbeitgeber eine Einverständniserklärung zur Weitergabe ihrer Einkommensdaten an die ZfA abgeben.

4. Empfänger von Arbeitslosengeld I und II.

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Wer ist mittelbar förderberechtigt?

Zusätzlich können Ehepartner/Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, die nicht selbst förderberechtigt sind, eine Förderung erhalten (mittelbare Zulageberechtigung).

 

Voraussetzungen für die mittelbare Zulagenberechtigung:

  • ein Ehegatte/ eingetragener Lebenspartner ist unmittelbar zulageberechtigt,
  • die Ehegatten/ eingetragenen Lebenspartner leben nicht dauerhaft getrennt,
  • beide Ehegatten/ eingetragenen Lebenspartner haben jeweils einen auf ihren Namen lautenden Altersvorsorgevertrag abgeschlossen,
  • Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in EU-/ EWR-Staat
  • der nicht unmittelbar zulageberechtigte Ehegatte/ eingetragene Lebenspartner muss Altersvorsorgebeiträge in Höhe von mindestens 60 Euro/ Jahr auf seinen Altersvorsorgevertrag leisten die Verrentungsphase hat bei dem Altersvorsorgevertrag, für den die Zulage beansprucht wird, noch nicht begonnen.
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Wer erhält keine Förderung?

Keinen Anspruch auf Zulagen haben:

  • freiwillig Rentenversicherte
  • geringfügig entlohnte Beschäftigte (Minijob/ 450-Euro-Job), die keine Sozialversicherungs-beiträge abführen
  • Pflichtversicherte berufsständischer Versorgungseinrichtungen (z. B. Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und in einigen Ländern auch (Bau-)Ingenieure)
  • Selbstständige, die nicht der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Sozialversicherung unterliegen
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Wie hoch ist die Förderung?

Grundzulage:   jährlich bis zu 154 EUR je Zulageberechtigtem

 

Kinderzulage:  Geburtsjahrgang bis einschließlich 2007:           jährlich bis zu 185 EUR

                          Geburtsjahrgang ab 2008:                                       jährlich bis zu 300 EUR

 

Der Zulagenanspruch ist einkommensunabhängig.

 

Bonus für junge Einsteiger:

Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhalten einmalig eine Extra-Zulage von 200 EUR, die automatisch bei Beantragung der Altersvorsorgezulage gewährt wird. Es erfolgt jedoch eine Kürzung, wenn im Abschlussjahr nicht der Mindesteigenbeitrag eingezahlt wird.
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Wofür kann Wohnriester eingesetzt werden?

Wer sich für einen Wohn-Riester-Bausparvertrag entscheidet, kann das gesamte angesparte Kapital unter bestimmten Voraussetzungen für die Anschaffung oder Herstellung einer selbstgenutzten Immobilie, zur Entschuldung/ Umschuldung einer selbstgenutzten Immobilie, für den Erwerb von Anteilen an Wohnungsgenossenschaften oder für den barrierefreien/ altersgerechten Umbau einsetzen.

 

Eine begünstigte Wohnung ist eine Wohnung in einem eigenen Haus oder eine eigene Eigentumswohnung oder eine Genossenschaftswohnung einer eingetragenen Genossenschaft, wenn diese Wohnung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen) anwendbar ist, belegen ist und die Hauptwohnung oder den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Zulageberechtigten darstellt.

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Darf eine mit Wohnriester geförderte Immobilie vermietet werden?

Grundvoraussetzung für die Gewährung der Wohnriester-Förderung ist, dass die Immobilie vom Erwerber selbst bewohnt wird. Eine Vermietung des Wohnraums ist nicht möglich. Damit bleiben Mehrfamilienhäuser und vermietbare Eigentumswohnungen von der Förderung ausgeschlossen. Ferienimmobilien werden ebenfalls nicht gefördert
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Wie wird die Wohnriester-Förderung beantragt?

Bereits bei Eröffnung des Bausparkontos wird die sogenannte “Dauerzulagenvollmacht“ aufgenommen und der BHW Bausparkasse AG eingereicht. Im Rahmen der Jahresmeldung werden unsere Kunden darüber informiert, welche Informationen von uns an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZFA) übermittelt werden. Fehlende Angaben (z.B. Sozialversicherungsnummer, Angabe zu Kindern, Zuordnung der Kinderzulagen etc.) müssen vom Kunden ergänzt und an uns gemeldet werden. Alle weiteren Formalitäten werden von uns übernommen. Im weiteren Vertragsverlauf muss unser Kunde uns über etwaige Änderungen informieren (z.B. Geburt eines Kindes etc.).

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Wie werden Tilgungsleistungen gefördert?

Die so genannte Tilgungsförderung sieht vor, dass Tilgungsleistungen zugunsten zertifizierter Darlehensverträge gleichrangig wie Sparbeiträge steuerlich begünstigt werden, d.h. über Zulagen und ggf. den Sonderausgabenabzug. Um die volle Förderung für Tilgungsleistungen zu erhalten, gelten dieselben Regeln wie für Sparverträge, d.h. die Höhe der Förderung richtet sich nach dem beitragspflichtigen Vorjahresbruttoeinkäummen, der Familiensituation und der Anzahl der Kinder.

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Kann ich mit Wohnriester auch mein Haus modernisieren?

Nein. Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen werden nicht gefördert.

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Wohnriester ist ein Baustein meiner Immobilienfinanzierung. Was passiert, wenn ich mein Haus verkaufe?

Wer sein gefördertes Objekt verkauft, muss die Fördersumme wieder in einen Riester-Vertrag überführen oder innerhalb von fünf Jahren in ein neues Objekt investieren. Dann darf er die staatlichen Zulagen behalten. Wer seine Immobilie verkauft und nicht innerhalb von fünf Jahren ein neues Objekt erwirbt und selbst bewohnt, muss die bereits gewährten Fördergelder zurückzahlen.

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Muss ich Wohnriester versteuern?

Ja, aber erst nachgelagert.

 

Wie bei allen Riester-Produkten sind Erträge und Wertzuwächse in der Ansparphase (also bis zum Beginn der Verrentungsphase) abgeltungssteuerfrei. Beim Beginn der Verrentungsphase werden für die geförderten Spar- und Tilgungsbeiträge Steuern nachgelagert fällig. Meist ist dies jedoch günstig, weil der persönliche Steuersatz im Ruhestand deutlich unter dem Steuersatz zur Zeit der aktiven Berufstätigkeit liegt.

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Wie erfolgt die Besteuerung von Wohnriester, wenn eine Immobilie angeschafft wurde?

Bei Wohn-Riester fließt keine monatliche Rente, die besteuert werden könnte. Aus diesem Grund wird bei Darlehensaufnahme oder Auszahlung des geförderten Guthabens zum Kauf/Bau einer selbstgenutzten Immobilie ein sogenanntes fiktives “Wohnförderkonto“ eingerichtet, auf dem alle zulagefähigen und steuerlich geförderten Beträge erfasst werden. Der Stand des Wohnförderkontos wird bis zum Beginn der Verrentungsphase jährlich um 2 % erhöht werden.

 

Während der Verrentungsphase gibt es zwei Möglichkeiten der Besteuerung:

 

1) Sofortige Besteuerung

Seit dem 01.01.2014 kann der Zulageberechtigte zu jedem Zeitpunkt in der Verrentungsphase die anfallende Steuer mit seinem individuellen Steuersatz in einem Betrag begleichen. Hierfür erhält er einen „Rabatt“ in Höhe von 30 Prozent.

 

2) Sukzessive Besteuerung

Der Stand des Wohnförderkontos wird über den Zeitraum vom Beginn der Verrentungsphase bis zum 85. Lebensjahr abgebaut. Der Stand des Wohnförderkontos wird durch diese Anzahl an Jahren geteilt. Dieser Betrag erhöht das Einkommen, welches dann wiederum mit dem individuellen Steuersatz versteuert wird.

 

Ein Wechsel von der sukzessiven Versteuerung zur Einmalbesteuerung mit dem „30%-Rabatt“ ist in der Verrentungsphase seit dem 01.01.2014 jederzeit möglich.

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Was genau ist das Wohnförderkonto?

Es handelt sich um ein fiktives Konto, das als Berechnungsgrundlage für die nachgelagerte Besteuerung dient. Auf dem Wohnförderkonto werden folgende staatlich geförderte Beträge erfasst:

 

1)     die geförderten Tilgungsbeiträge

2)     die hierfür gewährte Zulagen

3)     der entnommenen Altersvorsorge-Eigenheimbetrag

 

Der Gesamtbetrag des fiktiven Wohnförderkontos wird jährlich um 2 % erhöht.

 

Das Wohnförderkonto wird seit dem 01.01.2014 von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) geführt.
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Wann muss ich Förderung zurückzahlen?

Wer seine Immobilie wieder verkauft, d.h. aus dem selbstgenutzten Förderobjekt auszieht, sollte die Fördersumme in einen Riester-Vertrag überführen oder innerhalb von fünf Jahren in ein neues Objekt investieren (sogenannte Reinvestition). Dann darf er die staatlichen Zulagen behalten.

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