Home, smart home

Rollos, die automatisch das große Südfenster verdunkeln und so die Sommerhitze aussperren. Kaffeemaschinen, die morgens minutengenau starten. Heizungen, die per App aus der Ferne reguliert werden. Digital gesteuerte Immobilien sind immer mehr im Kommen. Doch was genau kann Smart Home eigentlich, und worauf ist beim Kauf zu achten?

Ist gibt viele gute Gründe, weshalb Haustechnik, Elektro- und Kommunikationsgeräte vernetzt werden sollten. Die Steuerung erfolgt entweder per Smartphone beziehungsweise Tablet oder über ein kleines Display, dass in die Zimmerwand integriert wurde.

Die wichtigsten Motive, sich für Smart Home zu entscheiden, sind:

  1. Energie sparen: Dank Smart Home können der Einsatz von Heizung und Lüftung auf die Minute genau programmiert werden. Jalousien fahren wetterabhängig ein beziehungsweise aus, Heizkörper schalten sich ab, wenn das Fenster im selben Raum geöffnet wird oder die letzte Person das Haus verlässt. Umgekehrt wird die Raumtemperatur zu Hause wieder hochgefahren, wenn sich ein Bewohner dem Heim nähert – dies erkennt die Haustechnik über die GPS-Daten der Mobiltelefone aller Familienmitglieder. Zudem kann man sich mit entsprechenden Programmen einen genauen Überblick über den Energieverbrauch des Haushalts verschaffen und zum Beispiel die Nutzung des Strom fressenden Wäschetrockners so festlegen, dass er kostensparend zum Niedertarif angeht.
  2. Sicherheit erhöhen: Entsprechend ausgerüstet, erhält der Bewohner auf seinem Smartphone ein Warnsignal, wenn er das Haus verlässt, aber zum Beispiel noch ein Fenster oder sogar eine Außentür offen steht. Wer länger abwesend ist, kann durch das Ein- beziehungsweise Ausschalten von Lichtern simulieren, dass doch noch jemand in der Wohnung ist – einfach die Beleuchtung vorab tageweise programmieren oder per Tablet beziehungsweise Smartphone aus dem Urlaub steuern. Selbstverständlich kann das Heim auch optisch überwacht werden, etwa mit Kameras, die auf Bewegungen reagieren und sofort Alarm auslösen – beim Besitzer, dem Nachbarn oder einem Wachunternehmen. Schlagen Rauchmelder an, werden sofort die Rettungskräfte alarmiert. Zudem kann in jedem Raum ein Panikknopf installiert werden, der Angehörige oder andere Betreuungspersonen informiert.
  3. Bequemlichkeit genießen: Mit einem Fingertipp kann Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden – das Licht wird gedimmt, die Lieblingsmusik spielt leise im Hintergrund. Mit der entsprechenden Technik können im ganzen Haus Videos, Fernsehbilder und Musik abgespielt werden – ganz ohne Verkabelung. Und bei einem Raumwechsel geht automatisch das Licht an beziehungsweise aus.

Wer heute neu baut, denkt meist gleich über die intelligente Vernetzung seiner Haus- und Unterhaltungstechnik nach. Doch inzwischen gibt es auch Smart-Home-Lösungen, die zur Nachrüstung oder auch für angemietet Immobilien geeignet sind. So werden intelligente Steckdosen schon zum Preis ab 50 Euro aufwärts verkauft. Mit ihnen lassen sich die Zeitpläne für sämtliche Elektrogeräte programmieren und steuern. Wer automatisch eine Nachricht auf dem Handy erhalten will, dass die Waschmaschine ihren Durchlauf beendet hat, muss nur ein paar Euro mehr ausgeben. Und Steckdosen mit Bewegungsmelder sind schon ab 100 Euro im Fachhandel erhältlich.

Zahlreiche Hersteller bieten zudem sogenannte Einsteigerpakete an, die beispielsweise neben einer Steuerung für Elektrogeräte, Bewegungsmelder und Alarmfunktionen auch die Heizungsregelierung bieten. Kostenpunkt: ab 100 Euro aufwärts.
Bevor man sich für ein System entscheidet, sollte man jedoch wissen: Sämtliche Smart-Home-Installationen in der Wohnung kommunizieren per Funk untereinander. Es gibt jedoch keinen einheitlichen Funkstandard. Die einzelnen Funkprotokolle der jeweiligen Hersteller sind in der Regel nicht miteinander kompatibel. Wer also zunächst in ein Einsteigerpaket investiert, sollte darauf achten, dass der Anbieter auch Aufrüstungsmöglichkeiten im Programm hat.

Und zu guter Letzt bleibt dann noch die Frage der Sicherheit: Da die meisten Nutzer zur Steuerung ihr Tablet oder ihr Smartphone einsetzen, werden sämtliche Befehle per Wlan übertragen. Wer also sein Funknetz nicht entsprechend gut abschottet, lädt Hacker geradezu ein. Diese Angriffsmöglichkeit ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb Versicherungen noch keine günstigeren Tarife für Smart-Home-Nutzer anbieten.