Nützlinge wie Insekten, Wildbienen und Schmetterlinge finden immer seltener geeignete Lebens- und Nisträume. Daher sind in den letzten Jahren Insektenhotels immer beliebter geworden, um das Fehlen natürlicher Nist- und Überwinterungsplätze abzufedern. Sie können einfach gebaut oder sogar im Baumarkt und bei Discountern erworben werden. Allerdings gilt es beim Kauf oder Bau einige Regeln zu beachten, damit das Insektenhotel auch von den erwünschten Bewohnern angenommen wird.

Das Material ist entscheidend

Verzichten Sie auf frisches Weichholz, da es schnell splittert und reißt. Stattdessen empfiehlt es sich, abgelagertes Hartholz von Esche, Buche oder Obstbäumen zu verwenden. Viele Insektenhotels vom Discounter oder Baumarkt beinhalten außerdem Materialien wie Lehm, Stroh und Kiefernzapfen. Diese sind jedoch als Nisthilfe ungeeignet und werden daher sehr viel seltener von Insekten angenommen. Auch Beobachtungsröhren aus Glas sind nicht sinnvoll, da die Feuchtigkeit nicht entweichen kann und so unerwünschte Pilze entstehen können. Achten Sie beim Kauf oder Bau Ihres Insektenhotels daher unbedingt auf das richtige Material.

Die richtigen Bohrlöcher

Die Löcher für die kleinen Bewohner sollten in Längsrichtung, also senkrecht zur Faserrichtung, und von innen möglichst glatt gebohrt werden. So vermeiden Sie für die Tiere gefährliche Splitter in den Bohrlöchern. Falls die Bohrung doch rau sein sollte, können Sie mit kleinen Düsenbürsten nachhelfen. Es wird auch empfohlen, ganz leicht schräg nach oben zu bohren, damit eingedrungenes Wasser wieder herauslaufen kann. Idealerweise sollten die Bohrungen zwischen 2 mm und 8 mm groß sein und nicht zu eng beieinander liegen.
Sie können in die Löcher auch Schilfrohr- oder Bambushalme einführen. Diese sollten jedoch innen hohl und ebenfalls glatt sein. Auch die Enden sollten sorgfältig abgeschliffen werden, damit sich die Tiere nicht verletzen.

Die perfekte Umgebung

Der perfekte Standort für Ihr Insektenhotel ist vor Wind und Regen geschützt, aber dennoch sonnig. Achten Sie darauf, dass es nicht direkt auf dem Boden steht – so vermeiden Sie, dass zu viel Feuchtigkeit eindringt.
Entscheidend für den Erfolg Ihres Insektenhotels ist, dass es sich in der Nähe einer Nahrungsquelle der Tiere befindet. Hier bieten sich besonders Kräuter, Sträucher und Wildblumen an. Hochgezüchtete Blumen haben in der Regel weniger Staubblätter und somit Pollen, sodass die Insekten hier wenig Nahrung finden. Denken Sie auch daran, in der Nähe Wasser und wenn möglich Sand oder Lehm für die Tiere aufzustellen.
Wenn Sie diese Regeln beachten, können Sie mit einem Insektenhotel vielen Nützlingen bei der Suche nach einem geeigneten Nist- und Überwinterungsplatz helfen – und gleichzeitig diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe beobachten. Viel Spaß dabei!