Ob allein fürs Wohnzimmer oder gleich mit Heizungsanschluss – die Palette moderner Kaminöfen ist groß. Lesen Sie hier, was Sie beim Kauf und Einbau beachten sollten.

Die Stadt Stuttgart löste im vergangenen Jahr Feinstaubalarm aus. Während des Alarms ist auch der Betrieb von Komfortkaminen verboten. Gemeint sind damit Öfen, die eine primäre Heizquelle ergänzen und viel Feinstaub ausstoßen. Auch der Gesetzgeber hat schon reagiert und verschärft zum Ende des Jahres die Schadstoffgrenzwerte.

Wer einen neuen Kaminofen sucht, sollte also gleich ein Modell mit zeitgemäßer Technik wählen. Dann muss man sich über Emissionsschutz erst mal keine Gedanken machen. Am besten gehen Sie auf Nummer sicher und lassen sich die Einhaltung der aktuellen Norm vom Hersteller bestätigen.

Welcher Kaminofen ist der richtige?

Mit welchem Modell Sie am besten beraten sind, hängt natürlich von Ihren Bedürfnissen ab: Soll der Kaminofen gleich mehrere Räume mit Wärme versorgen oder einfach nur für Behaglichkeit im Wohnbereich sorgen?

  • Einzelraumfeuerungsanlagen punkten vor allem in Sachen Ästhetik und Atmosphäre. Hier sind optischen Wünschen kaum Grenzen gesetzt: Drehbare Modelle erlauben aus jeder Perspektive den Blick aufs Feuerspiel. Andere lassen sich als gestalterisches Element – etwa als Raumteiler – einsetzen. Der Wermutstropfen bei den meisten hübschen Öfen: Sie arbeiten nicht besonders energieeffizient. Denn ein großer Teil der erzeugten Wärme entweicht ungenutzt durch den Abzug.
  • Wasserführende Kaminöfen dagegen verwerten die Wärme, um die Heizung der übrigen Räume zu unterstützen. Sie haben eine Wassertasche, die an den Wasserkreislauf der Zentralheizung angeschlossen ist. Ein Wärmetauscher gibt die Kaminhitze ans Wasser ab. Ein Pufferspeicher hält es für die Heizkörper bereit. Auch bei wasserführenden Kaminöfen gibt es übrigens Modelle, die gut aussehen. In jedem Fall sollten Sie vorab klären, ob der Anschluss ans Heizungssystem möglich ist.

Bei Ihrer Kaminofenwahl sollten Sie zudem die Preise und Bezugsmöglichkeiten der Brennstoffe im Blick haben: Scheitholz ist in waldreichen Gegenden zum Beispiel preiswerter als andernorts. Wer einen Pellet-Kamin wählt, bekommt das Brennmaterial in der Regel im Baumarkt.

Das ist bei der Installation zu beachten

Haben Sie sich für ein Modell entschieden, sollten Sie auch gleich prüfen, ob es zu Ihrem Schornstein passt. Gegebenenfalls müssten Sie ihn erneuern. Tipp: Viele Hersteller bieten kombinierte Kamin-Schornstein-Systeme an.

Die Installation sollte unbedingt ein Fachmann vornehmen. Beim Schornstein etwa sind Mindestabstände zu Fenstern und Nachbargebäuden zu beachten. Welche Regelung für Sie gilt, hängt auch von der Bebauungsdichte Ihrer Wohngegend ab.

Beträgt der Abstand zum Nachbarhaus weniger als 15 Meter und die Dachneigung mehr als 20 Grad, muss die Schornsteinmündung den Dachfirst Ihres Hauses um mindestens 40 Zentimeter überragen. Zwischen Fenstern und Schornsteinmündung müssen mindestens 100 Zentimeter liegen.

Steht das Nachbarhaus mindestens 15 Meter entfernt, muss Ihr Schornstein dessen Fenster um mindestens 100 Zentimeter überragen. Pro weiteren Entfernungsmeter kann die Höhe um 30 Zentimeter verringert werden. Die detaillierten Bestimmungen lassen Sie sich vor Ort am besten von Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger erklären. Wer für Sie zuständig ist, erfahren Sie im Internet beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

Bevor Sie Ihren Kamin anheizen, sollten Sie sich bei Ihrem Schornsteinfeger auch über die „ortsübliche Benutzung“ schlau machen. Die Richtlinie regelt, wann und wie oft Sie Ihren Kamin befeuern dürfen. Fühlen sich etwa Nachbarn durch starken Rauch belästigt, dürfen sie eine Unterlassung fordern, wenn der Kamin häufiger als ortsüblich betrieben wird.