Frühlingsgefühle – und wohin damit?

Der Frühling kündigt sich so langsam an, die ersten Blüten sprießen, die Tage werden wieder länger, die Sonne lässt sich sogar blicken – es ist die Zeit des Jahres, in der viele Menschen einen Energieschub fühlen und sich aus der kuscheligen Winterhöhle wieder mehr nach draußen trauen, um Frühlingsluft zu schnuppern. Und ausgerechnet jetzt ist es sinnvoll, soziale Kontakte so weit es geht einzuschränken und Menschenansammlungen zu meiden (#flattenthecurve). Das geht am besten von zu Hause aus. Am Anfang ist die Ruhe und Entschleunigung auch sicher für die meisten sehr reizvoll – eine Zwangspause vom oft sehr hektischen Alltag. Aber irgendwann verlieren auch Netflix und Couching ihren Reiz und wir wollen aktiv werden. Der Frühjahrsputz ist um diese Jahreszeit ein besonders beliebtes Thema: Fenster putzen, Gardinen waschen, Frühlingsdeko aus dem Keller holen und der Wohnung wieder einen frischen Look verleihen. So ist zumindest der Plan – denn viele Wohnungen sind mittlerweile so mit Möbeln, Einrichtungsgegenständen und anderen Dingen des Alltags überladen, dass die tolle Frühjahrsdeko Unruhe schafft statt einen frischen Anstrich zu bringen.

Eure Schränke und Schubladen sind voll und platzen aus allen Nähten? Auf jedem Schrank lagert Ihr bereits Kisten, die ebenfalls bis obenhin voll sind? Ihr wisst gar nicht mehr, wohin mit dem vielen Zeug, aber wenn Ihr etwas Bestimmtes sucht, ist es auf einmal nicht mehr aufzufinden? Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Ausmisten eine super Idee wäre! Und bei diesem Thema gibt es eine Expertin: Marie Kondo, die Erfinderin der „KonMari“-Methode. Die Japanerin hat über ihre Methode drei Bücher geschrieben, die weltweit sieben Millionen Mal verkauft wurden, und hat sogar eine eigene Fernsehsendung, in der sie Menschen hilft, dauerhaft Ordnung im Zuhause zu schaffen. Wir stellen Euch ihre besten Tipps und Tricks für ein gemütliches Heim vor!

Das Grundprinzip: „Does it spark joy?“

Bei Marie Kondo geht es nicht zwingend um einen Minimalismus oder eine krampfhafte Reduzierung von Konsumgütern. Vielmehr ist das Ziel, Platz für „bedeutsame Objekte, Menschen und Erfahrungen“ zu schaffen und die Dinge, die wir zu Hause haben, richtig wertzuschätzen. Die Frage, die Marie Kondo immer wieder stellt, lautet: „Does it spark joy?“, also: Fühlst Du Dich glücklich, wenn Du den Gegenstand in der Hand hältst? Wenn ja – behalten. Wenn nicht – weg damit. Klingt eigentlich ganz einfach! Diese Frage ist essenziell.

Die Aufteilung macht’s

Jede*r, die/der schon einmal vor einem großen Problem oder Chaos gestanden hat, weiß: Es kann sehr erdrückend sein, wenn man gar nicht weiß, wo man beginnen soll! Daher empfiehlt Marie Kondo: nicht Zimmer für Zimmer ordnen, sondern unbedingt nach Kategorien vorgehen:

  • Kleidung, Taschen und Schuhe
  • Bücher
  • Unterlagen und Dokumente
  • Kleinkram (z.B. Haushaltsgeräte)
  • Erinnerungsstücke

Diese Reihenfolge ist unbedingt einzuhalten, denn je mehr Emotionen an bestimmten Dingen hängen, desto schwerer fällt die Entscheidung und desto mehr Zeit verlieren wir beim Ausmisten. Daher solltet Ihr mit Kleidern anfangen: Sammelt wirklich alle Kleider ein – aus dem Kleiderschrank, Keller, der Garderobe, dem Wäschekorb – und stapelt sie an einem Platz aufeinander. Ziel ist es, einen Überblick zu bekommen, wie viel Ihr von welcher Kategorie besitzt.

Nun nehmt Ihr vom Stapel jedes Teil in die Hände und stellt Euch die alles entscheidende Frage: Does it spark joy? Fühlt Ihr Euch glücklich, genau dieses Teil zu besitzen und zu tragen bzw. zu verwenden? Wenn Ja – ab auf den „Bleiben“-Stapel. Lautet die Antwort Nein oder „Mmhhh, weiß nicht“ – weg damit! Bevor Ihr die Sachen aber wegbringt, ist es sehr wichtig, einmal Danke zu sagen. Danach seid Ihr nur noch von Dingen umgeben, die Euch glücklich machen.

Dasselbe macht Ihr ebenso mit den anderen vier Kategorien. 

Ein fester Platz für jedes Teil

Jedes Stück, das weiterhin Teil Eures Zuhauses sein darf, braucht nun einen festen Platz, wo es dauerhaft bleiben kann. Das ist die wichtigste Regel, um langfristig Ordnung zu halten. Aber auch die Methode, wie Euer Hab und Gut verstaut wird, ist relevant. Für Kleider, Unterwäsche und Socken hat Marie eine besondere Faltmethode entwickelt, die es ermöglicht, die Kleidungsstücke aufrecht zu lagern. Damit kein T-Shirt mehr ganz unten in der Schublade verschwindet. Dabei werden alle Teile zu rechteckigen Päckchen gefaltet. Eine Anleitung dafür gibt es zum Beispiel auf Pinterest oder YouTube.

Für Kleinkram empfiehlt es sich, Ordnungsboxen oder Schubladeneinsätze zu verwenden. Achtung: Nicht zu voll laden, dann könnt Ihr leichter Gegenstände umsortieren oder herausholen. Laut Marie wirkt es außerdem schöner, wenn dunkle Teile weiter hinten und die helleren weiter vorne einsortiert werden.

Klare Linie zeigen

Eine zusätzliche Regel für den Kleiderschrank lautet: Alle Kleider, die auf einem Bügel aufgehängt werden, sollten eine Linie bilden. Und zwar so, dass schwere Sachen links und die leichteren rechts aufgehängt werden können.

Also traut Euch und trennt Euch von den Dingen, die Euch nicht glücklich machen.

Viel Erfolg beim Ausmisten und bleibt gesund!