Herausforderungen im Homeoffice

Wegen der Corona-Pandemie dürfen bzw. müssen viele Arbeitnehmer*innen derzeit im Homeoffice arbeiten. Neben dem fehlenden Sozialkontakt zu den Kolleg*innen fällt die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit vielen besonders schwer, wenn der PC immer in Reichweite ist. Darüber hinaus birgt aber auch die Einrichtung des Arbeitsplatzes schon einige Tücken.

Diejenigen, die ein bereits eingerichtetes Büro zu Hause haben, sollten sich unbedingt die Frage stellen: Kann ich bequem und ohne Wehwehchen wie Rückenschmerzen meinen Acht-Stunden-Arbeitstag an dem Platz verbringen, den ich mir zu Hause für mein Homeoffice eingerichtet habe?

Viele von uns haben in ihren Wohnräumen einen gesonderten Arbeitsbereich bewusst gar nicht eingeplant und arbeiten seit Wochen provisorisch auf Kisten oder am Esstisch als notdürftigem Büroersatz und sagen sich: „Für die Zeit, die ich von zu Hause arbeite, reicht das schon.“

Leider ist dem nicht so. Für ein bis zwei Stunden mag es angehen, tief nach vorn gebeugt auf einem Küchenstuhl am niedrigen Couchtisch E-Mails zu checken oder im Internet zu surfen, aber das ist nicht möglich für einen ganzen Tag oder gar mehrere Wochen. Rückenschmerzen, Schäden durch Fehlhaltung, Kopfschmerzen und überanstrengte Augen können die Folge dieser „Notarbeitsplätze“ sein.

Ziel von Homeoffice sollte es aber sein, gesund zu bleiben, motiviert zu arbeiten und sich bei der Heimarbeit wohlzufühlen. Daher sollte für einen langen Arbeitstag der Arbeitsplatz unbedingt ergonomisch angepasst sein.

Was gehört zu einem ergonomischen Arbeitsplatz?

  • Stuhl: Die Sitzhöhe sollte so eingestellt sein, dass der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel 90 Grad beträgt. Die Füße liegen voll auf dem Boden auf. Die Höhe der Armlehne ist so einzustellen, dass eine entspannte Armhaltung ermöglicht wird und somit die Schultern nicht angespannt werden. Die Rückenlehne soll sich dem Rücken stützend anpassen.
  • Schreibtisch: Die Schreibtischplatte sollte etwa 10 cm über dem Oberschenkel liegen. Außerdem sollten keine störenden Elemente vorhanden sein, die die Beinfreiheit einschränken können.
  • Monitor / Tastatur / Maus: Die oberste Sichtzeile des Monitors befindet sich nach Möglichkeit leicht unter der waagerechten Sichtachse. Damit vermeidet Ihr bei längerer Arbeit das Auftreten von Schmerzen im Halswirbelbereich. Tastatur und Maus befinden sich in einer Ebene auf Höhe der Hände.

Was ist noch zu beachten? 

Neben der Arbeitsplatzausstattung ist das „Drumherum“ genauso wichtig:

  • Sorgt immer für frische Luft, eine angemessene Temperatur und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 %. Vermeidet es, dass die Sonne direkt auf Euren Bildschirm scheint.
  • Euer Arbeitsbereich sollte Euch auch viel Bewegungsfreiheit und genügend Ablageflächen bieten, auf denen Ihr Eure Arbeitsmaterialien und Hilfsmittel optimal anordnen und leicht erreichen könnt.
  • Wählt einen Raum, in dem Ihr z.B. mit dem Bürostuhl nicht gleich gegen die Rückwand rollt.

 

Zum Schluss geben wir Euch noch sieben hilfreiche Tipps zum Durchhalten bei der Arbeit:

  1. Vermeidet es, einen Arbeitsplatz zu wählen, an dem ständig Familienmitglieder vorbeikommen und Euch wiederholt von der Arbeit ablenken.
  2. Schafft Euch eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Stellt Euch etwas Persönliches auf Euren Schreibtisch, dessen Anblick Euch Freude macht.
  3. Legt regelmäßig eine sogenannte Bildschirmpause ein und verlasst Euren Schreibtisch. Erledigt beispielsweise in der Zeit etwas im Haushalt.
  4. Bleibt nicht die ganze Zeit am Schreibtisch sitzen. Steht auf und geht umher, wenn Ihr mit jemandem telefoniert.
  5. Lasst die Maus los, wenn Ihr ein Dokument lest, und lehnt Euch dabei ein wenig zurück.
  6. Haltet Euch vor oder nach dem Homeoffice fit, denn zu Hause bewegt man sich viel weniger als an seinem normalen Arbeitsplatz in der Firma.
  7. Trinkt bei Eurer Arbeit genug Wasser.

Wir hoffen, mit unseren Vorschlägen macht Homeoffice – auch wenn die Kolleg*innen fehlen – richtig Spaß und Ihr seid produktiv und ausgeglichen bei der Arbeit.

Und vergesst nicht: Feierabend muss auch sein!