Garten & Balkon – 26.08.19

Urban Gardening

Mehr Grünflächen in der Stadt

Lesedauer: ca. 2 Minuten

 

Urban Gardening steht für gemeinschaftliches Gärtnern vorwiegend in Großstädten und ist in den letzten Jahren im Aufwind.
Wir verraten Ihnen, was hinter diesem Trend steckt.

Unter Urban Gardening (engl. für Gärtnern in der Stadt) versteht man privates oder gemeinschaftliches Gärtnern mitten in oder am Rande von Großstädten. Bei den innerstädtischen Gartenprojekten werden häufig kleine und brachliegende Stellen mit Blumen oder Obst und Gemüse bepflanzt, wie zum Beispiel Dächer, Mauern oder Grünstreifen. Im Gegensatz dazu wird auf außerstädtischen Gebieten großflächiger angepflanzt.

Woher kommt der Trend?

Der Ursprung der Urban-Gardening-Bewegung lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Als wichtiger Einfluss gelten die Community Gardens (engl. für Gemeinschaftsgärten), die in den 1970er-Jahren in New York entstanden. Dort wurden leer stehende Bereiche in der Stadt in Gärten und Beete umgewandelt. Daraus entwickelten sich in den folgenden Jahren verschiedene Konzepte des gemeinschaftlichen Gärtnerns. Seit Mitte der 1990er-Jahre verbreitete sich diese Form des Gärtnerns auch in deutschen Städten.

Was ist daran besonders?

Beim Urban Gardening geht es nicht nur um das Bepflanzen ungenutzter Flächen oder die Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Bewegung hat auch eine gesellschaftliche Komponente. Im Mittelpunkt stehen die Mitbestimmung undMitgestaltung des öffentlichen Raums. Gemeinschaftlich bepflanzte Flächen können außerdem das Mikroklima vor Ort beeinflussen. Hinzu kommen ressourcenschonendere Formen der Produktion und ein bewusster Konsum landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Urban Gardening wird zudem als eine Möglichkeit gesehen, Natur in der Stadt erlebbar zu machen und Menschen beim gemeinsamen Anpflanzen und Ernten zusammenzubringen. Gerade in Großstädten beteiligen sich viele junge Menschen an solchen Projekten, weil sie sich ökologisch engagieren möchten. Allerdings stehen die Projekte insbesondere in Städten mit knappem Wohnraum vor Herausforderungen: Dort muss zwischen potenziellem Bauland und gemeinschaftlich nutzbaren Grünflächen abgewogen werden.

Verschiedene Facetten

Urban Gardening hat viele verschiedene Facetten, und einzelne Projekte lassen sich nicht immer eindeutig zuordnen. Eine wichtige und gemeinhin bekannte Abgrenzung hierzu ist jedoch Urban Farming (engl. für urbane Landwirtschaft). Hier geht es im Gegensatz zum Urban Gardening nicht um Selbstversorgung, sondern um die kommerzielle Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Urban Gardening wird auch im Zusammenhang mit ressourcenschonendem Konsum und Klimafragen diskutiert. Wenn Ihre Neugier auf das gemeinschaftliche Gärtnern geweckt wurde, informieren Sie sich, welche Projekte in Ihrer Nähe angeboten werden. Viel Spaß dabei!

Artikel teilen